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Urteile zum Medizinrecht, Schadensersatzansprüche und Artzhaftungsrecht - Rechtsanwaltskanzlei Jablonsky & Kollegen in Celle und Bergen.

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Privatpatienten und Selbstzahler - Überprüfung der Krankenhausrechnung ist lohnenswert!

Privatversicherten wird derzeit wieder tief in die Tasche gegriffen. Aktuell ist das Mittel der Wahl hierfür die Ausgründung von Privatkliniken in den Räumlichkeiten der öffentlichen Krankenhäuser. Patienten, die die Leistungen dieser Privatkliniken in Anspruch nehmen, fallen bei Rechnungserhalt aus allen Wolken: Im Vergleich zu einer Behandlung im Hauptkrankenhaus fällt oftmals ein doppelt bzw. sogar dreifach so hoher Rechnungsbetrag bei Erhalt der gleichen Leistungen an.

Die Entwicklung, dass die gesetzlichen Krankenkassen ihre Leistungen zunehmend deckeln ist weitläufig bekannt und bestätigt sich auch in unserer Beratungspraxis. Zeitgleich wächst der Markt für von den Krankenkassen unabhängige Leistungen, wie IGEL etc.

Neu ist jedoch das Bestreben der öffentlichen Krankenhäuser, bestimmte Krankenhausbereiche als Privatklinik unter demselben Dach auszuweisen.

Unterschiede zwischen den Plankrankenhäusern und den integrierten Privatkliniken bestehen dabei faktisch nur bei dem Ausstattungsstandard der Stationen, Zimmer und Bäder sowie einzelnen Serviceleistungen. Die Kernleistung (Behandlung, Pflege etc.) ist jedoch identisch – unabhängig davon, ob man in einem Zimmer der Privatklinik oder des öffentlichen Krankenhauses untergebracht ist. Die Patienten werden in der Regel auch von denselben Ärzten behandelt und denselben Pflegekräften betreut.

Die Unterschiede finden sich schlussendlich im Wesentlichen in der Rechnung wieder - die Rechnungsposten „Investitionszuschlag“ sowie „Zimmerzuschlag“ und „Mehrwertsteuer“ sorgen für eine 2- bis 3-fache Erhöhung der Rechnung gegenüber einer solchen, die das Plankrankenhaus für die gleiche Leistung aufstellen dürfte. So liegt dann auch der Fallwert der Privatkliniken bei 4.000 €, der der Plankrankenhäuser bei lediglich 3.000 €.

Betroffen sind insbesondere privat betriebene Krankenhäuser, die gesonderte Privatkliniken errichten.

Fazit:

Rechnungen von ausgegründeten Privatkliniken sollten nicht anstandslos entgegengenommen werden. Vielmehr gilt es zu überprüfen, inwiefern ein gegebenenfalls überhöht gezahlter Betrag zurückzufordern ist. Diese Frage stellt sich insbesondere bei Selbstzahlern und dann auf dringliche Art, wenn die Beihilfe die Übernahme von Rechnungen bzw. Rechnungsbestandteilen ablehnt. Hier kann es schnell um bedeutende Summen in der Höhe von einigen Tausend Euro gehen. Es werden etwa für eine Blinddarm-OP einer Privatklinik über 6.000 € in Rechnung gestellt, wo sonst im Klinikum nur etwa 2.100 € berechnet werden.

Außerdem sollte auch berücksichtigt werden, dass eine so immense Preissteigerung letztendlich stets zu Lasten der Versicherungsbeiträge geht. Setzt sich diese Entwicklung ungehindert fort, so werden die Versicherten in regelmäßigen Abständen mit Beitragserhöhungen nach oben zu rechnen haben.

Die rechtliche Überprüfung solcher Krankenhausrechnungen hat in unserer Praxis bereits zu Erfolg geführt. Bei Bedarf stehen wir Ihnen gerne für ein Beratungsgespräch zur Verfügung. Da wir überregional tätig sind, ist eine Beratung selbstverständlich auch per E-Mail möglich.

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