Dekor Grafik - Kapitalanlagerecht

Urteile zum Kapitalanlagerecht, Gesellschaftsrecht und Bankrecht - Rechtsanwaltskanzlei Jablonsky & Kollegen in Celle und Bergen.

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„Das Ende des Widerrufsjokers" droht - Eile ist geboten.

Im Bundesrat wird eine Gesetzesänderung diskutiert, nach der das Recht zum Widerruf ab dem kommenden Jahr erlöschen soll, wenn Verbraucherdarlehensverträge zwischen 2002 und 2010 abgeschlossen worden sind und die darin enthaltene Widerrufsbelehrung fehlerhaft ist. Ein Widerruf soll dann nicht mehr möglich sein.

Verbraucherdarlehensverträge, die in diesem Zeitraum abgeschlossen wurden, enthalten eine Reihe fehlerhafter Widerrufsbelehrungen. So hat die Verbraucherzentrale Hamburg festgestellt, dass ca. 80 % der seit 2002 abgeschlossenen Darlehensverträge mit einer fehlerhaften Widerrufsbelehrung ausgestaltet sind.

Allein durch Zinseinsparungen lohnen sich häufig noch ein Widerruf der Darlehen und ein Neuabschluss.

Der Widerruf ist auch für Darlehen möglich, die bereits zurückgezahlt oder abgelöst worden sind. Auch hier können noch mittels Widerruf Zinsen zurückerstattet werden.

Bei Darlehen, bei denen durch vorzeitige Rückzahlung oder Umschuldung eine Vorfälligkeitsentschädigung angefallen ist, ist diese von der Bank zurückzuzahlen, wenn die Widerrufsbelehrung fehlerhaft war. Gleiches gilt für Restschuldversicherungen, auch hier besteht ein Rückerstattungsanspruch.

Mit Beschluss vom 22. September 2015 hat der Bundesgerichtshof sogar entschieden, dass die Verbraucher nach einem erfolgreichen Widerruf des Darlehens auch einen Anspruch auf Nutzungsentschädigung haben. Konkret bedeutet dies, dass der Verbraucher nach einem erfolgreichen Darlehenswiderruf nicht nur die gezahlten Raten zurückbekommt, sondern auch den Betrag, den die Banken und Sparkassen mit diesen Zahlungen erwirtschaftet haben.

Es lohnt sich eine Überprüfung von Darlehen, die zur Finanzierung von Immobilien, Fonds, Lebens- oder Rentenversicherungen oder aber auch zur Finanzierung von Konsumgütern, wie beispielsweise Autos usw. aufgenommen wurden.

So sollten Darlehensnehmer, die beispielsweise im Rahmen einer Ehescheidung ihre Immobilie verkaufen und ihr Darlehen damit vorzeitig zurückführen mussten, überprüfen, ob sie nicht über den Widerruf Anspruch auf Rückerstattung ihrer Vorfälligkeitsentschädigung haben.

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